Das Corona-Forschungsarchiv ist eine Sammlung von Studien und Forschungsergebnissen über die gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Befunde zu sozialen Auswirkungen und gesellschaftlichen Herausforderungen werden hier nach unterschiedlichen Themenschwerpunkten dokumentiert, systematisiert und aufbereitet dargestellt.


Außerdem präsentiert die Website Forschungsaktivitäten aus dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI).


Interaktive Installation zur Pandemiereflexion

Auf dem Vorplatz des Forum Wissen in Göttingen lädt die Außenrauminstallation „Wie viel Corona steckt noch in uns?“ dazu ein, den gesellschaftlichen Erfahrungen und Nachwirkungen der Corona-Pandemie nachzuspüren. In mehr als 100 Hörbeiträgen kommen junge Erwachsene sowie Expert:innen aus Medizin, Bildung, Kultur, Wissenschaft und Verwaltung zu Wort. Sie berichten davon, welche Erfahrungen aus der Pandemie geblieben sind, wie sich Wahrnehmungen und Beziehungen verändert haben und welche Fragen bis heute offen sind.

Die Installation ist im Rahmen des COFONI-geförderten Projekts „Schutz. Vertrauen. Versöhnung?! Pandemie-Reflexionen in Zeiten sozialen Long-COVIDs“ entstanden. Gemeinsam mit dem Forum Wissen, dem Wissensmuseum der Universität Göttingen, und dem Designer Jona Wentzler wurde ein öffentlicher Ort geschaffen, an dem unterschiedliche Erfahrungen mit der Pandemie hörbar werden und miteinander in Beziehung treten.

Denn auch wenn die Pandemie für viele Menschen aus dem Alltag verschwunden ist, wirken ihre gesellschaftlichen Folgen weiter. Erfahrungen von Einsamkeit und sozialer Isolation, Konflikte um politische Maßnahmen, erschüttertes Vertrauen oder gesellschaftliche Polarisierungen haben Spuren hinterlassen. Die Installation greift diese Nachwirkungen auf und bringt die Frage nach dem gesellschaftlichen Umgang mit der Pandemie in die Stadtöffentlichkeit: Was ist geblieben und was bedeuten Schutz, Vertrauen und Versöhnung heute?

Die Installation ist auf dem Vorplatz des Forum Wissen am Göttinger Bahnhof bis Herbst 2026 öffentlich zugänglich und lädt zum Zuhören, Erinnern und gemeinsamen Nachdenken ein.


SOFI-Projekt: Schutz. Vertrauen. Versöhnung?!

Pandemie-Reflexionen in Zeiten sozialen Long-COVIDs

Die Pandemie hat Spuren hinterlassen – nicht nur in medizinischer und therapeutischer Hinsicht, auch im Vertrauen in Staat, Politik und gesellschaftliche Institutionen, was wir als Ausdruck eines „sozialen und politischen Long-COVID“ interpretieren.

Das seit 2025 laufende Projekt „Schutz. Vertrauen. Versöhnung?! Pandemie-Reflexionen in Zeiten sozialen Long-COVIDs“ untersucht die langfristigen sozialen und politischen Folgen der Coronapandemie, insbesondere die Vertrauenskrise in Staat und Institutionen, und fragt nach den daraus zu ziehenden Lehren in Zeiten verbreiteter Verunsicherung. Finanziert wird es vom

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) im Rahmen des „COVID-19 Forschungsnetzwerks Niedersachsen (COFONI)“ und läuft bis Juni 2026.

Unser neues Forschungsprojekt untersucht, wie junge Erwachsene und Expertinnen und Experten die Pandemie und ihre Folgen erinnern und welche Lehren sich daraus ziehen lassen.

Wir fragen, wie Vertrauen zurückgewonnen und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt werden kann und was es braucht, um demokratische Institutionen auch in Zeiten großer Verunsicherung handlungsfähig zu halten. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, die Umrisse dieses „sozialen Long-COVID“ herauszuarbeiten und sichtbar zu machen. Es geht uns um Zeitdiagnose und um die Kommunikation der Krisenverarbeitung. Daraus, so unsere Erwartung, lassen sich Schlussfolgerungen ziehen für resiliente Staatlichkeit und Gesellschaft, meint: öffentliche Handlungsfähigkeit in Zeiten der Krise. Mit Blick auf Fragen der Kommunikation und Konfliktbearbeitung geht es auch um die Rückgewinnung von Vertrauen. 

Um die Kommunikation und Aufarbeitung der Corona-Krise auch in die Gesellschaft hineinzutragen und sie daran teilhaben zu lassen, wird eine interaktive Installation entstehen, die vom „Forum Wissen“ der Universität Göttingen kuratiert und realisiert wird. Sie soll die Ergebnisse aus den im Rahmen des Projekts geführten Interviews und Gruppendiskussionen in Form ausgewählter kurzer Statements („O-Töne“) zugänglich machen. Zugleich werden Passantinnen und Passanten selbst auch die Gelegenheit erhalten, ihre persönlichen Erfahrungen aus der Corona-Zeit zu reflektieren und mitzuteilen. 


Publikation aus der SOFI-Coronaforschung

Gleichzeitig ungleich

Aus dem Projekt „Soziologische Pandemiefolgenforschung am SOFI Göttingen“ ist 2023 eine Publikation hervorgegangen, in der sich Sarah Herbst, Rüdiger Mautz und Berthold Vogel mit der dritten Welle der Covid-19-Pandemie auseinandersetzen. Zu der Zeit prägten eine erhöhte Infektionsgefahr bei einem beschleunigten Impftempo das gesellschaftliche Leben. Die Analysen der Autor:innen zeigen, dass es sich bei der dritten Welle im Frühjahr 2021 um eine Schlüsselphase der Covid-19-Krise handelt. Im Mittelpunkt des Buches steht die Arbeitswelt: Wie erlebten unterschiedliche Berufsgruppen die Pandemie? Welchen besonderen Belastungen waren sie ausgesetzt und wie veränderte sich die gesellschaftliche Wertschätzung ihrer Arbeit? Die Publikation bringt zum Ausdruck, welche Spuren die Pandemie in der Arbeitswelt und in den Erfahrungen der Menschen hinterlassen hat. Damit richtet sie den Blick auf die langfristigen sozialen Folgen der Krise.

 

Hintergrund des Archivs

Mit dem Projekt „Soziologische Pandemiefolgenforschung am SOFI Göttingen“, gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), leisten wir seit 2021 einen Beitrag zur Erforschung der gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Website des Corona-Forschungsarchivs, das Wissen, Forschungsbefunde und unterschiedliche Initiativen, die sich mit der Pandemie und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen beschäftigen, zusammenführt.

Die im Jahr 2021 entstandene Homepage dient heute vor allem als Speicher und Quellensammlung. Sie dokumentiert Forschungsarbeiten, Debatten und Wissensbestände, die während und im unmittelbaren Nachgang der Pandemie entstanden sind, und hält sie auch mit zunehmendem zeitlichem Abstand zugänglich. Auch wenn die Pandemie im gesellschaftlichen Alltag weiter zurücktritt, bleibt es wichtig, auf die damaligen Beobachtungen, Fragestellungen und Erkenntnisse zurückgreifen zu können.

Die Sammlung macht zugleich sichtbar, dass die Corona-Pandemie nie allein ein medizinisches oder virologisches Geschehen war. Ihre Folgen betrafen Arbeit und Alltag, soziale Beziehungen, politische Institutionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Entsprechend versammelt das Archiv Befunde aus unterschiedlichen thematisch Bereichen, um so Wissen über eine historische Ausnahmesituation in seiner Breite zu bewahren und es für die weitere Auseinandersetzung mit den langfristigen gesellschaftlichen Folgen der Krise zur Verfügung zu stellen.

Mit dem vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) geförderten Projekt „Soziologische Pandemiefolgenforschung am SOFI Göttingen“ wird hierfür am SOFI in Göttingen ein Beitrag geleistet: Das Corona-Forschungsarchiv ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts und verfolgt das Ziel, soziale Langzeitfolgen systematisch zu erheben und zu erfassen sowie zukünftige Forschungsbedarfe für eine Blaupause sichtbar zu machen.


Corona-Forschungsarchiv

  • Zusammenschau von Forschungsergebnissen und verschiedenen Wissensbeständen
  • Sichtbarmachung und Dokumentation gesellschaftlicher Folgen der Pandemie
  • Systematische Erfassung, Erhaltung und Betreuung der Datenlage
  • Offene Informationsplattform für Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit
  • Ergebnisse eigener Recherchen und Forschungen
  • Hinweise auf weitere Studien und Ergebnisse  sind sehr willkommen